Afrika: 15 km

Tarifa Wegweiser Afrika

Unglaublich – aber wahr: Hinter uns liegen 2.700 Kilometer. Durch Deutschland, Holland, Belgien. Einmal quer durch Frankreich, dann einmal quer durch Spanien. Und jetzt sind wir tatsächlich hier, in Tarifa am Gibraltar. Gegenüber von uns liegt das afrikanische Festland, genauer gesagt Marokko, unser Ziel. Nur 15 Kilometer sollen uns trennen, mit der Schnellfähre sind das etwas mehr als eine halbe Stunde Fahrt bis nach Tanger. Es ist einfach unbeschreiblich toll, hier an der Küste zu stehen und auf den Atlantik zu sehen.

Kitesurfing Strand Tarifa

Es ist ein bewölkter Tag. Kaum zu glauben, dass wir die ersten Regentropfen in Spanien erst kurz vor Algeciras erlebt haben. Und es ist stürmisch – sehr stürmisch. So stürmisch, dass man sich schon ordentlich gegen den Wind stemmen muss, um überhaupt voranzukommen, und die Fähren für heute ihren Verkehr eingestellt haben. Deshalb haben wir den Knuffi auf dem Camping „Rio Jara“ kurz vor Tarifa abgestellt, um den Sturm abzuwarten und uns allen eine Ruhepause zu gönnen. Und da wir hier eine exzellente WLAN-Verbindung haben, wollte ich mich nach einem Strandspaziergang mit Rocky unbedingt erst mal vor den Rechner setzen, um meine Eindrücke mit euch zu teilen.

Der Strand von Tarifa ist an dieser Stelle fast menschenleer, einige Spaziergänger mit ihren Hunden kann ich in einiger Entfernung erkennen. Sie stehen an der Meeresbrandung und beobachten ein paar Kitesurfer, die hier mehr als genug Wind haben. Rocky ist überglücklich, nach der ihm vermutlich unendlich erscheinenden Autofahrt endlich lossausen zu können, mit angelegten Ohren und übermütigen Bocksprüngen. Kurze Zeit später trifft er auf einen Spielgefährten, die beiden verstehen sich auf Anhieb und tollen miteinander herum. Der Wind scheint die beiden überhaupt nicht zu stören, völlig mühelos sprinten sie über den Sand.

Hunde Strand Tarifa

Eine heftige Windböe kommt auf – nicht die letzte – und wirbelt beträchtlichen Sand auf. Rocky fängt an zu husten, er hat wohl etwas Sand in den Hals bekommen, und ich bin heute richtig froh, dass ich Brillenträgerin bin. Die Sandkörner treffen scharf wie Messer auf die Haut. Aber egal – ich fühle mich beschwingt und energiegeladen inmitten der Naturgewalten! Die Meeresbrandung spritzt auf, die Gischt sprüht nach oben und zur Seite, das Meer zeigt sich von seiner wilden Seite. Und Strand und Berge, wohin man sieht. Ein herrliches Fleckchen Erde.

Sturm Strand Tarifa

Ich habe es nicht eilig – von mir aus kann das Meer noch eine Weile weiterwüten. Jetzt genießen wir erst mal die Zeit an der Straße von Gibraltar und freuen uns, wenn es dann so weit ist und wir mit der Fähre von Tarifa übersetzen können, auf marokkanischen Boden.

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