Wir verlassen Marokko: Fahrt nach Ceuta

Eine Redewendung besagt, dass man dann aufhören sollte, wenn es am schönsten ist. Wir konnten dieser Redensart allerdings nichts abgewinnen, als unsere Aufenthaltsgenehmigung Mitte März auslief. Es half aber nichts: Wir mussten Marokko nach 3 Monaten Aufenthalt verlassen, weil wir uns keine Verlängerung (Prolongation) der Genehmigung besorgt hatten. Das geht in der Regel problemlos auf einem Campingplatz, auf dem man sich etwas länger aufhält – das zumindest war unsere Erfahrung letztes Jahr. Besorgt werden müssen lediglich acht Passfotos, um die übrigen Formalitäten (Fotokopien Pass, Ausfüllen und Abgabe der Formulare) kümmert sich der Campingplatzbetreiber. Natürlich nicht ganz unentgeltlich – mit 200 Dirham (rund 20 Euro, in unserem Fall) aber auch nicht wirklich teuer.

Kleine Pause an der Küste

Also machten wir den Knuffi startklar und fuhren los vom Camping „Ferdaous“ in Marrakesch in Richtung Norden. Eine kleine Zwischenstation legten wir in Moulay Bousselham an der Küste ein, da wir noch einige Tage Zeit hatten. Zwei Nächte blieben wir auf dem Camping „International Atlantis Gate“, der sehr schön an einer Lagune am Rand des Orts liegt – allerdings keine gute Energie verströmt und in Sachen Sanitäranlagen auch sehr zu wünschen übrig lässt. (Und wir sind nun wirklich nicht pingelig!) Insgesamt für uns also nicht mehr als ein Zwischenstopp, um sich auszuruhen. Einen Spaziergang in den Souk von Moulay Bousselham und ein paar schöne Fotos für euch habe ich aber dennoch gemacht!

Tanger oder Ceuta?

Nach dem einen Tag Pause ging sie also weiter, die Fahrt Richtung Norden. Geplant war zunächst, zum Stadthafen von Tanger zu fahren, um dort nach Tarifa überzusetzen. Wie immer machten wir kurz hinter Moulay Bousselham Halt an „unserem“ Restaurant, dem „Café Mimouna“, um uns zu stärken, bevor es auf die Autobahn ging. Dort wären wir eigentlich immer gradeaus gefahren, um schließlich in Tanger anzukommen, doch plötzlich tauchte auf einem Schild der Name „Sebta“ auf – der marokkanische Name für die spanische Exklave Ceuta. Und spontan, wie wir sind, änderten wir Plan und Richtung: Warum bis nach Spanien fahren, wenn man auch auf dem marokkanischen Festland ausreisen kann? Eine Nacht auf spanischem Boden in Ceuta, das sollte ausreichen, um wieder einreisen zu dürfen.

Gesagt, getan. Und wir wurden mit einer wunderschönen Fahrt auf der Landstraße belohnt – die es mächtig in sich hat! Schlaglöcher war Jochen von Marokkos Straßen ja schon gewohnt, aber eine Fahrbahn, auf der sich der Knuffi wild nach links und nach rechts neigt …? Das hatten wir so bis jetzt noch nicht erlebt! Abenteuerlich war es auf jeden Fall und die umwerfende Landschaft voller Grün, Hügeln und Bergen war die Schaukelei und Hüpferei allemal wert.

Zwischendurch hielten wir einmal, um am Straßenrand von einem Jungen getrocknete Feigen und frische Walnüsse als Proviant zu erstehen. Einen Unfall bekamen wir auch zu sehen – auf der Gegenfahrbahn, mitten in einer Kurve und an einem recht steil abfallenden Hang. Der Verkehr staute sich dort. Ein kleiner Lkw schien auf der noch regennassen Fahrbahn umgekippt zu sein (vor unserer Durchfahrt musste es dort mächtig geregnet haben). Die teilweise scharfen Kurven sollte man nicht unterschätzen – auch (oder erst recht) als Marokkaner nicht!

Wir erreichten und durchquerten die Stadt Tétouan, die in den Ausläufern des Rifgebirges auf einem Plateau liegt. Für das letzte Stück ging es schließlich auf die Autobahn.

Marokko Tétouan

Ein Teil von Tétouan, malerisch am Hang gelegen

Marokko Fahrt Moulay Bousselham Ceuta Marokko Fahrt Moulay Bousselham Ceuta

Unser Aufenthalt in Ceuta: eher kurz …

Dann war es so weit: In Ceuta verließen wir ganz offiziell Marokko. Der Zollbeamte auf der marokkanischen Seite nahm es mit der Kontrolle sehr genau, klopfte sogar unsere (leeren deutschen) Gasflaschen ab und warf einen Blick in einige unserer Schränke im Knuffi. Dann war er zufrieden und winkte uns durch. Am Grenzübergang nach Spanien standen zahlreiche dunkelhäutige junge Männer, einem von ihnen spendierte Jochen eine Zigarette. Nun waren wir in Spanien.

Auf einer Anhöhe hielten wir, um uns zu orientieren und im Internet nach dem (wohl vorhandenen und einzigen) Camping in Ceuta zu suchen. Während ich im Netz recherchierte, plauderte Jochen mit einigen Jungs am Straßenrand. Einer von ihnen hatte einen interesssanten Hinweis für uns: „Mucho robo aquí!“ (Wörtlich übersetzt: „Viel Raub hier!“) Dabei machte er eine eindeutige Geste mit seiner Hand, die besagen sollte, dass die „bandidos“ wohl auch nicht vor dem Gebrauch einer Schusswaffe zurückschrecken. Uns war nicht danach zu überprüfen, ob diese Aussage den Tatsachen entspricht – wir setzten lieber mit der nächsten Fähre nach Algeciras über, um letztendlich eine ruhige Nacht auf dem uns schon bekannten Camping „Rio Jara“ in Tarifa zu verbringen.

Eine Woche verbrachten wir dort, um uns zu überlegen, ob es nun direkt nach Kroatien oder lieber wieder zurück nach Marokko gehen sollte. Wie wir uns entschieden haben, wisst ihr sicherlich schon – oder könnt es am Anfang dieses Beitrags nachlesen!

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