Natur-Camping an der Algarve (2)

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Portugal Algarve Ingrina

Auf unserem Rückweg kamen wir am Tor des im ersten Teil schon erwähnten Herrenhauses vorbei, das von einem imposanten Blumentopf (mit kleiner Palme darin), einer Kamera und einem einladenden Schild flankiert war, der Deutlichkeit halber auch in englischer Sprache:

Portugal Algarve bewachtes TorPortugal Algarve Ingrina Schild

Das nenne ich mal eine klare Ansage! Hier wird jedenfalls nicht lange gefackelt, und ich bin mir sicher, dass das Schild seine beabsichtigte Wirkung nicht verfehlt.

Im Februar konnten wir noch keine wirkliche Blütenpracht erwarten – auch nicht an der Algarve – , doch einige Farben zeigten sich schon hier und da, und vor allem erste Mandelblüten.

Portugal Algarve Winter BlütenPortugal Algarve Ingrina BlütenPortugal Algarve Ingrina Mandelblüten

Nach ein paar Tagen hatten wir uns auf „unserem“ neuen Camping eingelebt, was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, da nicht an jeder Ecke ein „Bonjour“ zur morgendlichen Begrüßung ertönte und wir das Gefühl hatten, erst einmal aufmerksam beäugt zu werden. Auf dem Campismo rustico in Ingrina trafen wir während unseres Aufenthalts vor allem Engländer und Deutsche, die permanent dort wohnten und die Ruhe, den Freiraum und die Unkompliziertheit ohne Schnickschnack zu schätzen wussten (ganz abgesehen von der günstigen monatlichen Miete).

Als wir erst einmal mit den meisten „Stammbewohnern“ auf Tuchfühlung gegangen waren, fühlten wir uns recht schnell zu Hause auf dem weitläufigen und wunderschön gelegenen Platz über dem Meer. Wenn man wollte, kam man in Kontakt – oder hatte eben seine Ruhe. Wir durften alle möglichen Arten von Menschen kennenlernen: vom klassischen „Surf-Hippie“ über Lebens- und sonstige herumfahrende Künstler bis hin zu im Wohnmobil lebenden Rentnern und Obstverkäufern. Wir wechselten zweimal unseren Stellplatz, und durften auf unserem dritten Platz eine interessante und auch sehr schöne Erfahrung machen.

Wir hatten uns den hinteren Teil einer aus dem Hang ausgegrabenen Terrasse ausgesucht; unser einziger Nachbar war ein umgänglicher Holländer, der, wenn er mal nicht auf dem Platz war, auf allen möglichen Märkten der Region unterwegs war. Einer der Vorteile des Campings bestand darin, dass so gut wie jeder einen Hund hatte und den auch frei herumlaufen lassen konnte, ohne dass sich jemand beschwert hätte. Für Rocky natürlich das reinste Paradies, für Ganschi eher – suboptimal. Die verbrachte denn auch die meiste Zeit im Knuffi, ließ sich aber hin und wieder doch einmal draußen blicken.

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Winter Algarve Camping Ingrina Lupa

Lupa, die Hündin unseres Nachbarn

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An unserem ersten Wochenende dort verwandelte sich die fast leere Bucht in eine kleine Wagenburg: Eine Engländerin der Gemeinschaft auf dem Campingplatz hatte Geburtstag, und aus dem Geburtstagsgrillen am Freitagabend wurde eine Dauer-Wochenendfeier mit ganz viel Gitarrenspiel und sonstiger Musik, Gesang, Lachen und Fröhlichsein. Wir kannten vorher keinen einzigen aus der bunt gemischten Gruppe, die sich zusammensetzte aus Jung und Alt, aus Musikern, anderen Künstlern und Kreativen, Idealisten und Realisten und „Einfach-nur-entspannt-Lebern“ – haben uns aber irgendwann einfach dazugewagt und wurden ganz selbstverständlich mit in den Kreis aufgenommen.

Eine tolle Erfahrung – genau wie unsere ganze Zeit in Ingrina. Es war schön, Menschen um sich herum zu haben, die ähnlich denken und fühlen, eine andere Lebensform gewählt haben und sich rundum wohlfühlen damit. Die vieles verstanden haben von dem, was schiefläuft auf unserer wunderschönen Erde, in unseren europäischen Gesellschaften, die sich in dem einen oder anderen Aspekt unterscheiden mögen, im Prinzip aber doch alle gleich sind.

Wir alle (na ja, fast alle) sind Menschen, die nichts anderes wollen als in Frieden und in Liebe zu leben. Und beides durften wir ein Stück weit in Ingrina erleben.

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