Unser Knuffi in neuem Glanz

Nun wird es wieder Zeit, mich zu melden – inzwischen ist so einiges passiert! Um euch gleich zu Anfang auf den neusten Stand zu bringen: Wir sind nicht mehr in Marokko, sondern im „hohen Norden“. Die Nordsee hat uns auch diesen Sommer wieder – oder wir die Nordsee, ganz wie man es sehen will!

Und die zweite große Neuigkeit: Wir haben unseren Knuffi 2 lackieren lassen, ganz wie unseren Campingbus Knuffi 1 letztes Jahr.

Knuffi Peugeot J5 neu lackiert

Zwischenstopp nach unserer Marokko-Reise in Pakoštane, Kroatien – mit unserem aufgehübschten Knuffi

Vorher:

Wohnmobil J5 lackieren Marokko

Nachher (fast fertig):

Wohnmobil J5 lackieren Marokko

Und das kam so:

Nach unserer Ausreise aus Marokko über Ceuta im März (ihr erinnert euch, unsere Aufenthaltsgenehmigung war abgelaufen) und einem kurzen Aufenthalt in Moulay Bousselham wollten wir uns Richtung Süden aufmachen. Die Oasenstadt Zagora und der dortige Camping, der uns von „unseren Schweizern“ Floh und Eddy wärmstens empfohlen wurde, sollten unser Ziel sein. Irgendwie haben wir es aber nur bis nach Marrakesch geschafft …

Dort auf dem uns schon gut bekannten Camping „Ferdaous“ haben wir ein paar schöne Tage verbracht, ohne die konkrete Absicht, Knuffi lackieren zu lassen.

Wir hatten zwar den Gedanken im Hinterkopf, ihn aufhübschen zu lassen, sollte sich die Gelegenheit ergeben, wollten dafür aber nicht extra in den Mittleren Atlas fahren – nach Azilal in der Nähe von Ouzoud, wo unser erster Knuffi letztes Jahr neue Farbe bekam. Und wie wir so in Marrakesch gemütlich bei einem Milchkaffee und einem Minztee saßen, beobachteten wir einen älteren Mann, der begann, den auf dem Platz abgestellten, mindestens 50 Jahre alten Berlier-Lastwagen zu bearbeiten: Er schmirgelte ihn gewissenhaft per Hand ab, offensichtlich, um ihn anschließend zu lackieren. Da konnte man doch mal nachfragen, ob er nicht auch den Knuffi …?

Wir kamen mit Ahmed – so hieß der Mann – ins Gespräch und redeten über Gott und die Welt. Er war uns sympathisch und schien Lackierarbeiten nicht zum ersten Mal zu machen, wie er uns auch bestätigte. Wir ließen beiläufig ins Gespräch einfließen, wie viel (oder eher wenig) wir letztes Jahr für die Lackierung bezahlt hatten – worauf erwartungsgemäß erst einmal lang und breit erklärt wurde, dass die Arbeit hier in Marrakesch doch viel fachmännischer durchgeführt würde.

Ahmed hatte nun aber einen Anhaltspunkt und versprach, sich bis zum nächsten Tag einen Preis für seine Arbeit zu überlegen. Wir setzten uns am folgenden Tag auch tatsächlich noch einmal zusammen und fragten, was er sich denn nun als Entlohnung vorstelle. Wir waren mehr als zufrieden mit dem genannten Betrag, war er doch schließlich nicht höher als der vom vorigen Jahr – bei einem viel größeren Wohnmobil! Für deutsche Verhältnisse ist er außerdem ein Witz (dafür bekommt man einen einzigen Kotflügel lackiert). Dazu kamen natürlich noch die Kosten für das Material, die aber auch alles andere als hoch waren. Wir schlugen ein, das Geschäft war perfekt.

Unser Wohnmobil wurde komplett gereinigt, geschmirgelt, gespachtelt. Dann wurde eine erste Schicht, die Grundierung, aufgetragen. Mit jedem Arbeitsschritt konnten wir mehr erkennen, wie toll und frisch Knuffi am Ende aussehen würde. Und als die Originalfarbe von Peugeot – „Beige Tropico“ – aufgesprüht wurde, strahlten wir mindestens genauso wie der Knuffi.

Eine Woche Zeit hatte Ahmed veranschlagt – unserer Meinung nach waren zwei Wochen realistischer. Am Ende wurden es drei Wochen, doch da wir schon wussten, wie in Marokko die Uhren laufen, dass man grundsätzlich Unerwartetes mit einplanen und vor allem immer genügend Zeit mitbringen sollte, überraschte uns das nicht wirklich. Geduld ist hier wirklich eine Tugend …! Außerdem saßen wir jeden Tag schön im Café, beobachteten die Fortschritte am Knuffi (ja, es wurde direkt auf dem Campingplatz lackiert) und freuten uns über mächtig viel Sonne und Temperaturen von teilweise über 30 Grad.

Camping Marrakesch Marokko

Die „grobe Arbeit“ war getan, nun fehlten noch die Feinheiten: jeweils zwei rote und dunkelbraune Streifen, die komplett einmal um das Fahrzeug laufen, und der Pilote-Schriftzug mit Kreis und weißem Vogel auf den beiden Kotflügeln und neben dem Alkovenfenster auf der Vorderseite (der erst nach dem Schmirgeln wieder richtig zum Vorschein kommt). Letzteres ließen wir ebenfalls übersprühen, da es anfangs undicht war und wir es mit Bootshaut präpariert haben. Durchgucken konnte man so ohnehin nicht mehr. Ahmed ließ es sich nicht nehmen, das aufwändige Muster und die Schriftzüge auf den beiden Kotflügeln ebenfalls nachzumalen – alles per Hand, versteht sich. Und ganz zum Schluss hinterließ er uns als Souvenir noch ein typisch marokkanisches Bild mit Oase und Palmen auf besagtem Alkovenfenster.

Ich glaube, am Ende atmeten wir alle etwas auf, als das Werk getan war! Es hat sich aber mehr als gelohnt.

Knuffi Peugot J5 neu lackiert

Hier steht er, der Knuffi, auf dem Camping in Norddeich

Knuffi Peugot J5 Norddeich

Knuffi Peugot J5 Norddeich neu lackiert

Knuffi Peugot J5 neu lackiert Marokko

Knuffi Peugot J5 Holland

Und hier die andere Seite, fotografiert auf dem Camping „de Bouwte“ in Holland

Langsam wurde es uns in Marokko wieder zu warm – Zeit, an die Rückfahrt zu denken! Davon abgesehen hatte Jochen in der Zwischenzeit zugestimmt, diesen Sommer über wieder in Norddeich zu arbeiten. Daher sind wir nun – nach einem wie immer wunderschönen, dreiwöchigen Aufenthalt auf unserem „Autocamp Nordsee“ in Pakoštane – wieder mittendrin: „on the road“ in Deutschland mit den (leider) gewohnt gestressten und offensiven Fahrern. Wir werden abermals auf dem „Nordsee-Camp Norddeich“ stehen, den wir ja nun schon kennen und schätzen, und einige uns lieb gewonnene Menschen wiedersehen. Geld in angenehmer Umgebung zu verdienen – da gibt es wirklich Schlimmeres!

Das bedeutet für den Blog auf Reisen, erneut eine Sommerpause einzulegen, bis es Anfang Oktober wieder losgeht. Und für euch, liebe andere Verrückte (ihr wisst schon, dass ihr gemeint seid), bedeutet das: Jetzt ist die Gelegenheit, uns über den Weg zu laufen, ohne tausende von Kilometern zurücklegen zu müssen! Wir freuen uns auf euch – und auf einen schönen Sommer an der See.

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