Portugal – das unbekannte Land

Portugal Miranda do Douro Landschaft

Der Blog auf Reisen ist nach der Sommerpause wieder zurück – und meldet sich aus Portugal! Genauer gesagt aus Nordportugal, der fruchtbaren und grünen Douro-Region. Seit etwas mehr als fünf Wochen stehen wir nun auf einem Parque de Campismo an einem Hang, der ein kleines Flusstal überblickt.

Portugal? Wieso eigentlich Portugal? Würden wir unserer Route der letzten beiden Jahre folgen, müssten wir uns jetzt wieder in Kroatien befinden, von wo aus wir uns irgendwann (wenn es uns zu kalt würde) Richtung Italien bewegen würden, um uns von einer der großen Fähren auf den afrikanischen Kontinent nach Tanger, Marokko tragen zu lassen. Dass wir nach unserem obligatorischen Aufenthalt in Deutschland nicht nach Kroatien gefahren sind – auf die Halbinsel Vir oder in das Küstenstädtchen Pakoštane -, hat den Grund, dass uns Portugal schon dieses Frühjahr, nach dem Überwintern in Marokko, gereizt hat. Das Land ganz am westlichsten Zipfel Kontinentaleuropas geht ein wenig unter neben dem imposanten Spanien und ist wohl vor allem bekannt für Portwein, die Algarve und einen gewissen Fußballspieler.

Ein Abstecher nach Kroatien hätte uns einfach zu weit in den Osten geführt. So hieß es Anfang September an der Nordsee: Auf nach Portugal! Um so schnell wie möglich in den Genuss zu kommen, das uns unbekannte Land zu erkunden, sind wir in Spanien auf direktem Weg über Burgos und Zamora Richtung Portugal geschossen. Die letzten Kilometer haben uns von der Autobahn herunter- und auf eine Landstraße hinaufgeführt, die kurvige Strecke schlängelte sich mitten durchs Nirgendwo und verschaffte uns einen ersten Eindruck von der weitläufigen, herrlich einsamen und wunderschönen Landschaft fernab von Städten und touristischen Zentren.

Schließlich näherten wir uns einem Fluss – dem Rio Douro – , eingerahmt von steilen Felswänden, den wir über einen Staudamm überquerten, und auf der anderen Seite – waren wir plötzlich in Portugal! Wir entdeckten kurze Zeit später einen sehr schön gelegenen Campingplatz und durften am nächsten Morgen einen herrlichen Sonnenaufgang erleben.

Portugal Miranda de Douro Camping

Portugal Miranda de Douro Camping

goldenes Morgenlicht

Am Morgen nach unserer Ankunft gab es erst mal ein lecker Frühstück – natürlich im Freien, es war sommerlich warm – und wir suchten unserem ständigen Begleiter, einem Chembuster, den wir inzwischen auf insgesamt zwei Meter verlängert haben, einen angemessenen Platz. (Der „Champignon“ daneben ist übrigens der Kasten mit den Stromanschlüssen und verwandelt sich, sobald es dunkel wird, in ein blinkendes, intergalaktisches Raumschiff.)

Portugal Miranda do Douro Camping

Portugal Chembuster

Danach begaben wir uns zusammen mit Rocky auf einen Erkundungsspaziergang rund um den Camping:

Portugal Miranda do Douro Claudia

Portugal Miranda do Douro Landschaft

Der Torbogen und Eingang einer verlassenen Quinta (Farm), hinter dem Tor ist ein imposanter, aber nie fertig gestellter Säulengang zu sehen

Portugal Miranda do Douro Umgebung

Blick über Weinstöcke

Portugal Miranda do Douro Steinhaus

Steinhaus inmitten von Weinstöcken

Portugal Miranda do Douro Weinstock

Wein ist in Portugal – genau wie in Frankreich und Spanien – ein Hauptnahrungsmittel und darf bei keiner Mahlzeit fehlen.

Portugal Miranda do Douro Steinmauern

Die alte Steinmauer zieht sich durch die Landschaft, so weit wir sehen können. Hier und dort sind Schießscharten zu sehen.

Portugal Miranda do Douro Steinmauer

Portugal Miranda do Douro Megalith

Wer hat diese riesigen, mehrere Tonnen schweren Steine an ihren Platz gelegt?

Nachdem wir bei unserer ersten Erkundung den Weg zu unserer Linken, vorbei am Campingplatz, gewählt hatten, ging es am folgenden Tag in die entgegengesetzte Richtung. Als Erstes stießen wir auf einen Aquädukt, laut dem dort aufgestellten Schild in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut:

Portugal Miranda do Douro Aquädukt

Der Weg führt durch einen der Bögen hindurch und steigt dann langsam an. Zu unserer großen Freude ist er links und rechts von Brombeerbüschen gesäumt, an denen wir natürlich nicht so einfach vorbeigehen konnten. Hmm, es gibt nichts Besseres als frische gepflückte zuckersüße Brombeeren …! Und auch sonst konnten wir uns kaum sattsehen an den Pflanzen, Früchten, Feldern, Bäumen und Gräsern.

Portugal Miranda do Douro Brombeeren

Da muss man einfach zugreifen …

Portugal Miranda do Douro Natur

Vogel oder Pflanze? In den 70er-Jahren jedenfalls ein sehr beliebtes Deko-Objekt …

Portugal Miranda do Douro Natur

Portugal Miranda do Douro Felder

Portugal Miranda do Douro Weg

Portugal Miranda do Douro Steinmauer Tür

Hier war mal eine Tür.

Portugal Miranda do Douro Landschaft

Portugal Miranda do Douro Baum

Tree hugging

Portugal Miranda do Douro Säulen

Die nur halb errichteten Säulen entlang des Wegs, der zur verlassenen Quinta führt

Irgendwann gehen nun einmal die Vorräte zur Neige und müssen dringend aufgefüllt werden. Aber wo? Wie wir an der Rezeption erfuhren, sollten mindestens zwei Supermärkte zu Fuß erreichbar sein. Spontan entschieden wir uns für den kleineren von beiden, der mehr regionales Gemüse und gutes Fleisch anbietet: Meu Super. Inzwischen ist er zu unserem absoluten Liebling geworden, weil eben alles etwas kleiner und persönlicher ist. Supermarktketten kennen wir schließlich zur Genüge …

Und das Tolle: Der Weg dorthin führt unter anderem durch einen Park!

Portugal Miranda do Douro Straße

Portugal Miranda do Douro Brücke

pittoreske Steinbrücke

Portugal Miranda do Douro Gärten

Direkt am Fluss sind viele Nutzgärten angelegt.

Portugal Miranda do Douro Zentrum

Portugal Miranda do Douro Park Portugal Miranda do Douro Fluss

Portugal Miranda do Douro Kastanien

Kastanienbäume gibt es hier zuhauf

Portugal Miranda do Douro Wasserspiel

Wasserspiel auf dem Fluss

Portugal Miranda do Douro Burgruine

Diese Burg wurde im 18. Jahrhundert während des Siebenjährigen Krieges zerstört, viel ist nicht übrig geblieben.

Portugal Miranda do Douro Rio

ein kleines Amphitheater am Fluss

Portugal Miranda do Douro Parque

Portugal Miranda do Douro Mühle

eine alte Mühle

Die Portugiesen, die wir bisher kennenlernen durften, waren überwiegend kontaktfreudig, aufgeschlossen und hilfsbereit, auf eine zurückhaltende, unaufdringliche Art. Paulo ist einer von ihnen, halb Portugiese, halb Brasilianer, und mit dem Fahrrad und einem Anhänger in Europa unterwegs. Momentan reist er durch Portugal und ist ebenfalls Gast auf dem Camping. Er kümmert sich um die Pflege der Anlage, ohne dafür Geld oder eine sonstige Belohnung zu verlangen. Hier hat er gerade ein Bäumchen vor dem Sanitärgebäude gepflanzt:

Portugal Miranda do Douro Paolo

Viele Portugiesen hier auf dem Land halten sich einen Nutzgarten mit Gemüse und Obst, mit dessen Gaben wir schon freigebig beschenkt wurden: Spitzpaprika, Bohnen, Kürbisse, Tomaten, Melone, hausgemachter Wein und auch Marmelade wurden uns schon zuteil. Etwas Leckereres und Frischeres findet sich wohl kaum.

Die Weinernte ist nun beendet, die Melonenfelder abgeerntet, was bedeutet, dass der Herbst auch hier Einzug gehalten hat. Die Blätter der Laubbäume färben sich gelb und nachts kann es (besonders bei sternenklarem Himmel) ganz schön frisch werden, was wiederum bedeutet, dass wir ganz wie die Zugvögel weiter in den Süden ziehen wollen. Die Algarve ruft! Steilküsten, Sandstrände – und wieder mal das Rauschen des Atlantiks … Ihr dürft gespannt sein, wir sind es auch!

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