Unsere Reise im Campingbus: die nächste Station

Auf den Tag genau sind wir heute seit 5 Wochen in Pakoštane und seit etwas mehr als 6 Wochen unterwegs auf unserer Reise im Campingbus. Zeit für die Überlegung, wohin es als Nächstes gehen soll! Denn dass es nun langsam an der Zeit ist, aufzubrechen und weiterzuziehen, steht für uns außer Frage. Wir vermissen unseren Knuffi, so schön und komfortabel das Strandhaus auch ist, und haben einfach das Gefühl, dass jetzt ein neuer Abschnitt vor uns liegt.

Wir hatten das Glück (es sollte wohl so sein), hier auf dem Campingplatz ganz, ganz liebe und aufgeschlossene Menschen als Nachbarn zu haben und näher kennenlernen zu dürfen. Ingrid und Michael, zwei Österreicher aus der Steiermark – ehemals aus Wien – , wohnen auf fast 900 Höhenmetern in einem Haus (einem restaurierten alten Berghof), das einen großen Raum in Pyramidenform beherbergt. Die beiden sind sehr reflektierte Menschen und wissen um die Bedeutung von Lebensenergie, die in allem und jedem steckt. Aber wie das nun mal so ist, mussten / wollten sie (vor einer Woche) die Rückreise nach Österreich antreten. An dieser Stelle ein energetischer und lieber Gruß in die Steiermark!

Reise im Campingbus mit Hunden Pakoštane Kroatien

Ein entspannter Gruß von den drei Raubtieren!

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt haben wir gemerkt: Ja, auch für uns wird es allmählich Zeit! Nicht, dass wir des Orts Pakoštane überdrüssig würden. Im Gegenteil: Wir fühlen uns schon so etwas wie heimisch hier, treffen beim Einkaufen und im Café auf bekannte Menschen, die uns das Gefühl geben, willkommen zu sein. An dieser Stelle eine kleine, nette Anekdote, geschehen diese Woche in der Joko-Bar:

Wir sitzen abends drinnen bei einer alkoholischen Erfrischung, als wir von der Bedienung gefragt werden, was wir denn trinken möchten. Wie – wir haben doch noch …? Na gut, dasselbe nochmal. Die Frau auf dem Hocker neben mir, die wir vom Sehen kennen, hat Geburtstag und gibt einen aus – das ist in Kroatien üblich. Und nicht nur an Geburtstagen. Mal bestellt der eine, dann der andere … Sehr angenehm. Und während ich gerade mal das allererste Glas leere, steht wie von Geisterhand auch schon das nächste vor mir. Zufälligerweise hat der nette Herr rechts von uns, der ziemlich gut Deutsch spricht, ebenfalls Geburtstag! Ähm – wenn jetzt noch mehr Geburtstagskinder auftauchen, kann ich in einer Stunde aus der Bar kriechen

Reise im Campingbus Pakoštane Kroatien Norddalmatien

Blick auf Pakoštane kurz vor Sonnenuntergang

Wir erleben die Menschen hier als offen, freundlich und interessiert. Und obwohl Pakoštane mit seinen knapp 4.000 Einwohnern ein kleines Kaff ist (das allerdings in den Sommermonaten vor Touristen nur so explodiert), ist eigentlich immer etwas los. Das Leben hier spielt sich überwiegend im Freien ab – natürlich bedingt durch das milde Klima, aber auch durch die Kontaktfreudigkeit der Kroaten. Und fast immer sind im Ort Leute anzutreffen, mag das Wetter auch noch so schlecht sein. Morgens sitzen schon die ersten Gäste (natürlich draußen) in der Pizzeria Pjaca und im Café Port bei einem bijela kava, es wird eingekauft und dabei ausgiebig palavert, die alten Männer spielen in der Konoba am Hafen Karten. Die Pakoštaner verstehen es zu leben, obwohl oder gerade weil das Leben für sie in dem kleinen Ort außer Tourismus und etwas Landwirtschaft und Handwerk arbeitsmäßig nicht viel zu bieten hat.

Wir könnten uns also durchaus vorstellen, hier für längere Zeit zu bleiben. Doch wir haben unsere Reise im Campingbus ja erst begonnen und das Gefühl, sie auch fortführen zu müssen. Es gibt noch zu viel zu lernen, zu erfahren, zu sehen – und damit sind garantiert keine Touristenattraktionen gemeint! Als wir uns im September in Deutschland überlegt hatten, wohin unsere Reise gehen soll, stand zunächst Bulgarien ganz oben auf der Liste, dann Mazedonien – Makedonija in der Landessprache, ganz amtlich ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien – , das Heimatland meiner Mutter. Von beiden Reisezielen sind wir aber recht schnell wieder abgekommen, da es vor allem in Mazedonien im Winter sehr ungemütlich bis richtig kalt werden kann. Also zunächst mal weiter in Richtung Süden!

Schließlich hatten wir eine grobe Route für die ersten Monate abgesteckt: zunächst nach Kroatien – und dort auf die Insel Vir, wo wir Ende September für ungefähr eine Woche auch waren – , dann die Küste hinunter nach Montenegro (wo wir überwintern wollten, sollte es dort warm genug sein) und im Frühjahr dann weiter nach Mazedonien und anschließend ins benachbarte Bulgarien. Ach ja, und die bosnischen Pyramiden nicht zu vergessen!

Diese Woche haben wir mit meiner Cousine geskypt, die ein Grundstück in der montenegrinischen Stadt Ulcinj besitzt. Ulcinj ist die südlichste Stadt Montenegros und liegt unmittelbar an der albanischen Grenze. Von Pakoštane aus sind es ziemlich genau 500 Kilometer – entweder eine volle Tagestour im Knuffi oder ganz gemütlich eine Fahrt über zwei Tage verteilt (wie ich Jochen, den selbst ernannten amtlichen Fahrer, kenne, wird es wohl eher Ersteres werden). Sie hat uns angeboten, uns mit dem Knuffi auf das Grundstück zu stellen. Also gut – dann Montenegro!

Reise im Campingbus Ulcinj Montenegro

Blick auf die Stadt Ulcinj in Montenegro

Mal sehen, was uns dort erwartet. Momentan ist geplant, nur einige Tage in Ulcinj zu bleiben; aber hatten wir das nicht schon mal …? Deshalb sehen wir das Ganze weiterhin locker und lassen die Dinge auf uns zukommen. Albanien haben wir außerdem ins Auge gefasst, genauer gesagt den kleinen Ort Ksamil und den hiesigen Platz Ksamil Caravan Camping direkt am Meer. Der Besitzer soll ausgesprochen freundlich sein und gut Englisch sprechen, mit WLAN, Strom und sanitären Einrichtungen wären wir dort auch versorgt. Und das Wichtigste: Der Platz ist das ganze Jahr über geöffnet. In der Nähe befindet sich eine archäologische Ausgrabungsstätte mit vor allem römisch und griechisch geprägten Monumenten. Ksamil liegt nicht weit von der griechischen Grenze entfernt, an der Straße von Korfu. Die Insel ist nur vier Kilometer entfernt, also sozusagen in Spuckweite.

Reise im Campingbus Albanien Ksamil Inseln

Die Bucht von Ksamil in Albanien mit den vorgelagerten Inseln

Ihr seht: Es bleibt spannend bei uns! Die Liste der reizvollen Orte, die es zu entdecken gibt, wird jedenfalls nicht kürzer … Und der Knuffi wird uns hoffentlich noch so manchen Kilometer quer durch den Balkan tragen, auf unserer Reise im Campingbus.

Die beiden Fotos von Ulcinj und Ksamil sind Wikipedia entnommen, aus den Artikeln zu den beiden Orten.

2 Gedanken zu “Unsere Reise im Campingbus: die nächste Station

  1. Da könnte man ja vor Neid (Keine Missgunst) platzen!
    Lasst es Euch allen auch weiterhin gut gehen.
    Friede, Freiheit und Gerechtigkeit, Liebe und Erleuchtung,
    Hermann

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